Mit diesem Eintrag möchte ich meine Anteilnahme am Amoklauf in Emsdetten ausdrücken und gleichzeitig die Chance nutzen, meine Meinung über die in den Medien zu genüge ausgewälzten Diskussionen über die sogenannten “Killerspiele” loszuwerden und Kritik an denen zu üben, die jegliche Gewalt auf krankhaften Konsum dieser Videospiele zurückführen :crazy:

(Dieser Flash-Film fasst, wenn auch satirisch gehalten, die Ereignisse recht gut zusammen Icon Nicken in Killerspiele, Amoklauf und endlose Diskussionen in den Medien karpfenschleuder.de)

Ich bin gerade beim surfen über den Artikel Jugend und Gewalt gestolpert und bin dem Link auf Ich will R.A.C.H.E und Ich hasse es, überflüssig zu sein gefolgt Icon Nicken in Killerspiele, Amoklauf und endlose Diskussionen in den Medien

Unverständlich ist, warum nicht nur die Videos, sondern auch der Abschiedsbrief des Amokläufers schnell aus dem Web beseitigt wurde. Es ist ein Dokument, das die Motive und die Verzweiflung des 18-Jährigen deutlichen werden lässt, vor allem auch, dass es nicht wirklich um “Killerspiele” geht, wie manche Politiker dies meinen ([local] “Ich hasse es, überflüssig zu sein”). Der Brief schildert sicherlich die Erfahrungen eines Jugendlichen, wie sie nicht nur er macht.

Obwohl es in den Medien einen nicht-aufhörenden Rummel um diese “Killerspiele” gibt, steht eindeutig in sämtlichen Artikeln über den Amoklauf, dass dieser rein garnichts mit solchen Videospielen zu tun hatte. Er kritisiert vielmehr seine soziale Lage, unter anderem auch in der Schule, in der ihm niemand geholfen hat.

Das einzigste was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe war, das ich ein Verlierer bin. Für die ersten jahre an der GSS stimmt das sogar, ich war der Konsumgeilheit verfallen, habe anach gestrebt Freunde zu bekommen, Menschen die dich nicht als Person, sondern als Statussymbol sehen.

Über das Problem, dass Schüler sehr leicht ausgegrenzt werden und dass Lehrer und Eltern diese Situationen zu locker nehmen, habe ich schon ein paar Mal gehört. Den Schülern ist ihre Situation peinlich und besonders wenn er neu in der Schule ist und die Lehrer nicht kennt kann man nicht erwarten, dass sich der Schüler diesen Lehrern anvertraut.
Wenn die Eltern dann noch berufstätig sind und die Situation, sofern sie sie mitbekommen, nicht richtig einschätzen können solche Schüler schnell in Selbstvorwürfen, Minderwertigkeitsgefühlen und Depressionen enden. Jeder, der selbst mal zur Schule gegangen ist, weiß, wie unangenehm Mitschüler sein können, denn jeder wurde irgendwie mal gehänselt oder bloßgestellt, auch wenn man nicht sofort Außenseiter wurde.

Wenn sich diese Situationen für den Einzelnen häufen und dieser mit diesen nicht fertig wird, können sehr schnell solche Zustände auftreten, und dies wird nicht durch das Verbot von Computerspielen verhindert, sondern einfach ignoriert.
Wenn man sich mit der gleichen Intensität an deutschen Schulen, besonders Hauptschulen umsehen würde und bei Vorkommnissen Abhilfe forderte, würde sich, abgesehen davon, dass es unrealistisch und schwer umsetzbar ist, vieles ändern.

Ich habe im Zusammenhang mit meiner Ausbildung zum Buslotsen von unserem betreuenden Polizisten Lehr- und Informations-Videos über Gewalt gesehen und wie krass und gefährlich es wirklich werden kann, wenn Schüler von Gruppen mit Waffen bedroht, bestohlen und sowohl körperlich als auch geistig schwer verletzt werden und Lehrer hilflos daneben stehen.

Ich kann es nicht aus erster Hand beurteilen und hoffe auch nicht, dass dies der Normalfall ist, aber ein Amoklauf ist eben auch kein Normalfall, deswegen muss man auf diese Probleme achten und sie mit geeigneten Mitteln bekämpfen – meiner Meinung nach könnte man sogar fast sagen, dass Videospiele auch gegenseitigen Effekt haben können:

Wenn man gereizt oder genervt ist und sich eben einfach mal zu einer Runde Counter-Strike an den PC setzt und Leute erschießt, baut man Gewaltpotenzial ab!
Ich für meinen Teil spiele fast nie am PC Spiele, wenn dann die sogenannten “Killerspiele” an LAN-Partys und ich habe bisher noch keinen Bedarf am Töten meiner Mitspieler verspürt, sondern im Gegenteil manchmal bei stressigen und belastenden Situationen mich an den Bots und nicht an realen Menschen abreagiert Icon Nicken in Killerspiele, Amoklauf und endlose Diskussionen in den Medien

Um eine korrekte Beurteilung der “Killerspiele” machen zu können, muss man sie auch untersuchen und nicht ein Argument, dass so wie es als Fakt hingestellt wird, garnicht haltbar ist, einfach behauptetn und in den Medien mit viel Geschrei und Panik verbreiten. Es ist verständlich wenn diese Art Spiele von vielen Personen nicht gerne gesehen ist, besonders auch von Eltern, die sich dieser Art “Bewegung gegen “Killerspiele”" gerne anschließen, aber wie viele Leute bringen Tag für Tag ihre Mitschüler um? Man hört nur sehr selten von solchen Fällen – im Gegensatz dazu sollte man fragen wie viele Leute Tag für Tag solche Spiele nutzen und dadurch ihre Aggressionen abbauen Icon Wave in Killerspiele, Amoklauf und endlose Diskussionen in den Medien

Spontan kommt mir zu dieser Argumentation der Vergleich mit der Unfallwahrscheinlichkeit von Autos im Gegensatz zu Flugzeugen:
Es passieren Tag für Tag mehr Autounfällle (absolut und relativ!) als Flugzeugunfälle, doch da man regelmäßig von abgestürzten Flugzeugen hört, kommt einem das Fliegen, weil es an sich für die meisten nicht alltäglich ist, gefährlicher und suspekter vor.
Argumente wie “wenn ein Flugzeug abstürzt sind immer alle tot weil es nicht einfach stehenbleibt sondern runterfällt” sind von jedem leicht nachzuvollziehen und stützen diese These zwar, aber wenn man sich überlegt wie viele Autounfälle am Tag geschehen, die auch tödlich ausgehen weil eben die Insassen durch das Fenster geflogen sind, von Teilen zerdrückt werden oder im Auto verbrennen ist es durchaus vergleichbar – doch wer hört schon von “normalen” Autounfällen mit Todesfolge im Fernsehen?

Medien besitzen Macht – je nachdem was und wie man es darstellt kann man Fakten und Situationen verfälschen bzw. sich so drehen, wie man sie benötigt, und da “Killerspiele” an sich ja nur von Gewalt strotzen, ist die Assoziation auf psychopathische Reaktionen der Spiele auch sehr einfach zu beweisen, erst Recht wenn man sie jedes Mal zusammen mit Amokläufen von Schülern in meinem Alter bringt…

Abschließend möchte ich auf einen weiteren Flash-Film zum Thema “Gewalt” und “Gewaltspiele” verweisen:

Ich bitte um Kommentierung und Verlinkung bzw. ehrliche und objektive Kritik – Danke

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