Neuer Weblog eines erleuchteten CTU-Agenten, der sich aus der bisherigen Blogosphäre distanziert
18 Okt
Im August arbeitete ich bei einer Filiale der Fast-Food Kette Burger King und ich plante auch direkt einen Bericht auf meinem Weblog, den ich jetzt, wo alles in diesem Zusammenhang beendet ist, veröffentlichen kann
Natürlich hätte ich einen ersten Eindruck auch etwas früher schreiben können, aber ich denke so ein Review ist aussagekräftiger wenn man das Ganze beurteilen kann
Eins vorweg: Ich brauchte das Geld nicht notwendig
Das war das Hauptproblem für Burger King, denn ich hatte Freizeit und wollte diese Freizeit eben mal gewinnbringend nutzen, aber gleichzeitig lag meine Priorität logischerweise bei meiner Schule und meinem Training
Also abgesehen von einigen seltsamen Ausnahmen waren die Mitarbeiter in der Filiale sehr freundlich und auch hilfsbereit. Gerade wenn man neu anfängt kann es passieren, dass man einige Dinge noch nicht kennt oder vergisst, da war eigentlich immer einer, der einem Tipps gegeben hat und einem helfen konnte
Die eigentliche Tätigkeit an der Kasse, also das Kassieren und Einpacken der Ware ist auch kein Problem gewesen, da ist es auch kein Problem etwas Gas zu geben, da ich ja problemlos mit Computern umgehen kann und die Kasse auch gut aufgebaut war – soweit die positiven Aspekte, was einem dann immer mehr auffiel, sie haben zu wenig Personal
Es stehen besonders in Stoßzeiten die Kunden quer durch die Lobby, aber es sind nur 2 Kassen offen und 2 Leute in der Küche und es dauert und dauert…
Hier lag der Knackpunkt, ich mein, die Filiale scheint so irgendwie zu funktionieren, aber ich habe in Gesprächen vor meiner Einstellung der Chefin mehrfach deutlich gemacht, dass ich Schüler bin und deswegen den Vertrag in dieser Form nicht unterschreiben und einhalten kann und ja auch nur einen Nebenjob neben der Schule tätigen möchte
Mein Vater (umfangreiche Erfahrung mit der Justiz und Verträgen, arbeitete für eine Rechtsabteilung
) meinte nach einigem Blättern in dem schätzungsweise 15-seitigem Vertrag “ich würde das niemals unterschreiben, unter Umständen ist der Vertrag so sogar sittenwidrig”
Im wesentlichen stand (auch!) drin, dass ich, auch wenn ich regelmäßige Arbeitszeiten habe, keinen Anspruch darauf habe, diese Regelung fortgeführt zu bekommen und an eingeteilten Schichten, insbesondere zu Nachtschichten, zu erscheinen und auch Überstunden in Höhe von 30% der regelmäßigen Arbeit zu leisten
(wobei ja zu der regelmäßigen Arbeit auch nichts gesagt wurde, ne?)
Ja, ich mein so hauptberuflich ist das ja kein Problem, auch mit den Nachtschichten nicht, aber irgendwie musste ich anscheinend nochmal betonen, dass ich ein Schüler bin – ich schlafe nachts und werde da sicher nicht arbeiten.
Nachdem ich dann diese Dinge geklärt hatte, habe ich schon für mich festgestellt, gut, ich unterschreibe, wenn ich eingeteilt werden sollte und keine Zeit habe, kündige ich eben, denn wie gesagt ist eine Kündigung kein Druckmittel, da ich ja nicht auf das Geld angewiesen war
Bei meiner Bewerbung habe ich angegeben dass ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu der Arbeit erscheinen muss (kann meinen Eltern ja nicht immer das Auto klauen und will auch nicht bis in die Nacht arbeiten, wie gesagt
), trotzdem wurde ich am Anfang zu sehr seltsamen Zeiten eingeteilt, bei denen ich dann protestieren musste, was zwar dann meistens akzeptiert wurde, aber muss man denn jedes mal rummeckern müssen?
Und genau diese Zeiten waren dann der Knackpunkt, ich hab ja gewisse Verfügungszeiten abgegeben und diese wurden auch respektiert, nur als Dominic (und vielleicht noch jemand anders) ausgefallen ist, war ich auf einmal für die ganze Woche nachmittags eingeteilt
Als ich das gesehen habe, habe ich montags eine Notiz hinterlassen dass ich in der folgenden Woche Dienstag und Mittwoch nicht arbeiten kann, da ich da wieder Unterricht hatte und ich regulär ins Training gehen würde (wie die Wochen davor auch). Als diese Notiz bei der Chefin einging und sie mich sah sagte sie mir sinngemäß, dass ich das ja diese Woche noch machen könnte, danach bekomm ich andere Zeiten – ähm, soll ich schwänzen?
Ich habe also nochmal betont, dass ich da nicht arbeiten kommen kann und werde, aber als ich dann an besagtem Tag nicht zur Arbeit erschienen bin, hatte ich dann an meinem Geburtstag (wie dreist ist das denn?) meine Kündigung im Briefkasten – und irgendwie habe ich mich dann auch darüber gefreut, denn ich habe überlegt, ob ich wenig weiterarbeite oder aufhöre, so musste ich mich nicht entscheiden
Also das Geld für den August hatte ich dann Ende der ersten September-Woche auf meinem Konto, aber es fehlte natürlich was
Ich hab mich dann erkundigt, es sind Unterlagen von mir verloren gegangen, weswegen die Sozialversicherungsbeiträge jetzt abgezogen werden, die Differenz würde ich dann im Folgemonat bekommen
Leider war ich dann doch mit Schule, Studienfahrt und Mallorca zu beschäftigt, als dass ich da mal hätte Stress machen können (ich mein, wenn die Unterlagen verschlampen ist das nicht mein Problem, wenn das Beschäftigungsverhältnis endet müssen sie zahlen
). Insofern bekam ich das fehlende Geld diesen Monat noch überwiesen und meine Lohnsteuerkarte mit der Abrechnung auch letzte Woche zugeschickt. Interessant dazu zu sagen ist, dass ich Anfang September angerufen habe, wie es denn mit meinen Unterlagen aussieht, ich bekam zur Antwort, dass mir diese innerhalb der nächsten Tage zugeschickt werden, sie kamen aber erst letzte Woche an
Insofern gab es dann eigentlichen keine schwerwiegenden Probleme, nur irgendwo hat sich (wie eben erwähnt) nie jemand ernsthaft um die Angelegenheiten gekümmert, das Geld habe ich (mittlerweile), aber jetzt hat Burger King auch unvollständige Unterlagen an meine Krankenversicherung geschickt, diese mussten jetzt mit mir telefonieren um zu klären, ob und wie lang und seit wann ich beschäftigt wurde (man erinnere sich an die verschlampten Unterlagen wegen Geld, darum ging es…) – ist so ein Terz bei anderen Arbeitgebern normal? Ich glaube nicht…
Der Fairness halber muss ich aber sagen, dass Dominic, der zusammen mit mir gearbeitet hat, anscheinend zufrieden mit seiner Stelle ist, aber bei unseren letzten Gesprächen sickerte so durch, dass er eigentlich täglich unter der Woche trotz Schule arbeitet, weil sie Personalmangel haben
12 Responses for "Nebenjob bei Burger King"
Ist schon ne Krasse Sache. Hätte ich eig. gar nicht erwartet. Was ich aber schon oft und in vielen Restaurants (Speziell MC und BurgerKing) gesehen habe, wie du auch gesagt ist doch scheinbar ein Personalmangel.
Aber ich meine wenn ich von Anfang sage ich bin Schüler und so weiter dann ist es ja wohl selbstverständlich das man mich nicht nachs an die Kasse stellt oder Morgens um halb vier zur Arbeit schickt oder ?
Was mich noch interessieren würde ist, was eig. mit den Burgern und so passiert die nicht verkauft werden aber schon gemacht wurden?
LG
ich habe mir vor einiger zeit ernsthafte gedanken darüber gemacht, ob ich mich mal beim mägges oder bk bewerben sollte,…nach deinem bericht werde ich mich jetzt wohl doch dagegen entscheiden, weil ich kein bock habe meinem geld hinterzurennen oder mich mit einer wie es scheint recht unqualifizierten chefin streiten zu müssen!…..desweiteren ist die arbeitskleidung echt hässlich
hau rein^^
Ja David, das dachte ich auch, aber es kam sogar noch, als ich sagte “da fahren keine Busse mehr”: “Wo wohnst du? Ach da kannste ja dann auch nach Hause laufen”
Ähm, das wäre theoretisch kein Problem, ich bin nicht faul, es wären 40 Minuten laufen, aber das nach der Arbeit und die Zeit ist ja weg und überhaupt?
Nicole, ich würds mir mal ansehen, ich hab ja sogar überlegt dann zum Konkurrenten zu gehen, aber ich hab ja jetzt absolut keine Zeit mehr und bevor ich mir da was versaue kümmer ich mich lieber um Schule und Training – aber ich finde einige Umgangsformen echt nicht angemessen und es gibt viel zu viele Einschränkungen und Bediungen, mein Vater meinte ja, eigentlich bräuchte man keinen Vertrag, aber was da alles drinsteht, eine sogenannte verschuldensunabhängige Haftung für Kassendifferenzen, das bedeutet, du haftest für fehlendes Geld, auch wenn du damit garnichts zu tun hast
ja so ist das in dem saftladen da.
ich hab ja zum glück beim probearbeiten da schon gemerkt das dat nix für mich ist.
an dem job hat für mich so gar nichts gestimmt und irgendwie seh ich BK jetzt mit ganz anderen augen als vorher.aber das wird in mc doof net anders sein.
lg, ric
Öh Ric, Hey
Stimmt, du warst da von Anfang an dagegen, nur ich wollte es halt probieren, ich mein man soll sich ja nicht gleich so anstellen und an der Kasse war ja auch garnicht so das Problem, aber das Drumrum…
Aber wir sind uns einig
Hi Gordo,
es ist schon interessant, was du da schreibst. Ich glaube, es ist in einigen Unternehmen so, dass man denkt, man kann mit den Mitarbeitern umgehen, wie man will.
Noch immer, oder erst recht denken die Leute dort, es sind ja genügend da, die den Job auch machen würden.
Viele Firmen verstehen jedoch nicht, dass gute Mitarbeiter ein Kapital für die Firma sind. Alleine die “Mundpropaganda” ist für ein Unternehmen wichtig. Und ein motivierter Mitarbeiter hat im kundenkontakt eine viel bessere Ausstrahlung und Auftreten.
Netter Bericht. Gibt es da eigenltich keine Einschulung? Wirst du da gleich am ersten Tag auf die Meute losgelsasen? So als Nebenjob ist das sicher ok, aber als Fixstelle muß doch die Arbeit total unbefriedigent sein, oder?
Einschulung kann man das nicht nennen, es steht halt jemand neben dir und greift die ersten Tage mit ein wenn du Probleme hast, aber irgendwie kommste dir schon ein wenig hilflos vor
Achja apropos Einschulung:
Man muss ja einen Gesundheitspass führen und der Arbeitgeber muss diese Gesundheitsbelehrung auch jährlich wiederholen und diese in den Pass eintragen, ich hab letztens mal geblättert und da fällt mir eine Eintragung über eine Fortbildung 2008 ins Auge, die nie stattgefunden hat!
Ich glaube das Ordnungsamt würde das interessieren
Tjaja, jetzt hatte ich gar nicht das Vegrnügen, Dich in Arbeitsmontur zu sehen…
Insgesamt ist Deine Entscheidung voll nachvollziehbar. Sowieso scheint man dort alles in allem ein wenig überfordert zu sein und ich meine nicht nur die “kleinen” Angestellten.
Dadurch, dass unterm Strich alles gut ging, bist Du halt vornehmlich recht nachlässig, aber nicht wirklich mies, behandelt worden. Inwieweit da die Philosophie “Mal schauen, wieviel wir uns rausnehmen können…” steht, sei natürlich mal in den Raum gestellt
Selber dran schuld, ne?
jetzt wo ich nichtmehr arbeite, gehen die Leute auch nichtmehr so oft hin
Nee auch so ein Aspekt, als ich da gearbeitet habe habe ich denen viel mehr Kunden beschert, weil mich alle sehen wollten
Deine Zusammenfassung trifft es ziemlich gut, es waren, bis auf eine Angestellte, keine persönlichen Probleme vorhanden und auch sonst war der Umgang recht menschlich, man hat halt den “Ich bin die Chefin und du machst genau was ich sage”-Ton gemerkt, aber wie gesagt hat mich das eben nicht so sonderlich gekümmert – denn ich habe und hätte genauso anständig weitergearbeitet wie es abgemacht war, aber eben wie es abgemacht war, und nicht mal eben die ganze Woche zum Dienst eintragen
Diese Philosophie scheint sich bestätigen zu lassen, die ganze Story ist “to be continued”, denn obwohl es vorbei ist merke ich, dass die eigentlichen Probleme (nicht: Unannehmlichkeiten, sondern wirklich Probleme) jetzt anfangen) – es wird einen weiteren Eintrag geben
Eine sehr realitätsnahe Schilderung des Sachverhalts, deine Offenheit hilft sicher einigen Nebenjob-Interessenten bei der Entscheidung so einen Job anzunehmen.
Ich kenne selbst auch jemanden, der vor ein paar Jahren bei McDxxxxxs gearbeitet hat, wo es auch gewisse “Eigenheiten” zu aktzeptieren galt.
Auch, ich wollte eben sowieso berichten, wenn es mich total fasziniert hätte, wäre es genauso ein Review gewesen, aber so einige nicht ganz angesehene und auch nicht ganz legale Praktiken musste ich einfach öffentlich erwähnen, weil ich das nicht tatenlos einfach drüberwegsehen kann
Ich glaube halt einfach, dass ich mit meiner Stimme dann auch was ändern kann, spätestens wenn es mehrere im Netz werden
Seit dieser Erfahrung bin ich auch wenn dann nur bei der Konkurrenz
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