Das Porträt der Ruhe

Es ist ruhig und friedlich.

Sanft weht der Wind, huscht durch das weiche Gras, zupft an meiner Kleidung, spielt mit meinem Haar.

Der Blick in die Ferne.

Täler und Berge in perfektem Einklang fangen weiße Wolken ein.

Sie ballen sich, türmen sich auf, zeichnen ein Porträt der unschuldigen Gewalt.

Endlose Weiten liegen vor ihnen, eine endlose Reise hinter ihnen.

Das Ziel stets zum Greifen nahe und doch unerreichbar fern, das Abbild aller stummen Sehnsüchte.

Lächelnd schließe ich die Augen, atme tief ein und genieße diese besondere Ruhe.

An diesem Ort werde ich begraben sein.

9 Kommentare zu “Das Porträt der Ruhe”

  1. El Micro sagt:

    Hmmm. Einerseits ist es sehr düster, andererseits paradox. Irgendwie zeichnet es kein so dichtes Bild, wie das andere. Allerdings bin ich auch kein Lyriker. Mein Metier sind die Kurzgeschichten. Auf alle Fälle ist es elaboriert. Für Details fehlt mir die Ahnung. Im Übrigen mag ich es auch gerne noch abstrakter, wenn es schon Lyrik ist. Nichts desto trotz sehr schön zum Lesen und gedankenanregend. Weiter so!

  2. Luisa sagt:

    Vielen Dank!
    Hm, so düster ist es eigentlich gar nicht..gut, vielleicht erkennt man das auch nur, wenn man nicht näher kennt, kann auch sein.. xD” aber was meinst du mit paradox? Dass es in der Form kein so dichtes Bild gibt, war teilweise beabsichtigt, weil so die Möglichkeit besteht, dass sich eventuell mehr Menschen angesprochen fühlen und diese dann auch ihr eigenes Bild füllen können…ich finde es immer nicht so toll, wenn ein Text dir genau vorgibt, was du davon denken sollst..und ich möchte ja eigentlich zum denken anregen, aber eben zu solchem, das eigenständige Gedanken voraussetzt…ich werde mir Mühe geben mich zu verbessern, ich denke mal, dass ich bald noch etwas hochladen werde ^^
    nun zu dir. Kurzgeschichten? Schreibst du auch? Über was schreibst du denn am liebsten?

  3. El Micro sagt:

    Fertig habe ich bisher erst eine bekommen. Was kreativen Output (böser Anglizismus!) angeht, bin ich eher in der Musik beheimatet. Wenn ich Zeit finde, schreibe ich aber viel an Konzepten herum. In erster Linie lese ich natürlich. Danke der Nachfrage!

  4. Chris sagt:

    Das liest sich aber wirklich sehr schön. Am Anfang glaubt man noch, du beschreibst hier einen ruhigen und friedlichen Ort, den man tatsächlich finden könnte. Das Ende, wo du sagst, du wirst hier begraben, macht dann aber die Hoffnung, einen solchen Ort gäbe es auf Erden, wieder zunichte. Vielmehr kommt mir da der Gedanke, dass erst das Leben nach dem Tod, sofern es denn eines gibt, wirklich ruhig und friedlich ablaufen wird. Also, ist jetzt meine ganz persönliche Interpretation.

  5. Luisa sagt:

    was heißt erst? ich finde, dass ist auch schon eine leistung, ich schreibe auch an etlichen geschichten und keine davon ist bisher fertig…traurig..ist deine geschichte denn der öffentlichkeit zugänglich? (das war ein wink mit dem zaunpfahl, darf ich sie mal lesen? ;-) ) musik..stimmt,ich hab schon gehört dass du sehr gut klavier spielen kannst..ich hoffe,ich höre das auch mal bei gelegenheit ^^

    Chris, ich finde gut, dass du persönlich interpretierst, ich möchte die menschen nämlich dazu animieren ^^ gelingt zwar nicht immer, aber ich bin ja auch kein meister ;-)
    das leben nach dem tod…ich glaube nicht daran,aber es ist ein interessanter ansatz! ich finde es immer faszinierend zu sehen, was meine texte bei anderen für gedanken hervorbringen – und dass sie es überhaupt tun ^^

  6. Wie Chris schon erwähnte am Anfang denkt man hier wird über einen wundervollen Ort geschrieben, den man man schon einmal gesehen hat, das Ende ist dann schon heftig, denn wer denkt schon gerne an den Tod ? WEnn ich an mein Ende denke, würde ich aber auch gerne an einem solchen schönen Ort begraben werden.

  7. Luisa sagt:

    hey, vielen dnak für deienn kommentar!!
    gedanken an den tod…gut,gerne denke ich daran nicht, aber irgendwo finde ich dieses thema faszinierend..zum einen wohl auch, weil es wirklich jeden betrifft..
    und es freut mich wirklich sehr, dass ich dir ein bild dieses ortes vermitteln konnte, ich hoffe du findest diesen ort einmal =)

  8. hiromi. sagt:

    Ich mag das.

    Zuerst wird ein wunderbares Bild von Ruhe und Schönheit aufgebaut, ein Bild von Zufriedenheit und Frieden… und dann?
    Dann kommt der Tod. Hm. Dabei kann man nicht einmal behaupten, dass der Tod hier stört oder wahrhaftig schockiert. Wir haben zwar Angst vor ihm, aber wer garantiert uns, dass der Tod uns nicht in jene friedliche, ruhige Welt bringt, die wir uns eigentlich wünschen?

    Aber für mich war es schon anfangs klar, dass ein Text, der von dir stammt, nicht auf geträumter Schönheit basieren kann, sondern dass man noch mit irgendetwas konfrontiert wird, irgendetwas, das zum Denken anregt. Denn eine eine einfache Schwärmerei würdest du nicht so… bestimmt beschreiben. ;)
    Aber es gefällt mir. Es gefällt mir sogar gut.

  9. Luisa sagt:

    Ich mag deine Gedankengänge.
    Ich finde sogar, dass der Tod in diesem Falle mit dem beschriebenen Bild ziemlich gut harmoniert…daher freut es mich, dass du ähnlich empfindest =)
    Und du hast vollkommen Recht, was meine Schreibgewohnheiten betrifft, das finde ich sehr gut x3 Und dass dir der Text gefällt, noch besser ^^

Hinterlasse eine Antwort